Samstag, 14. Oktober 2017

Rezension: Todesfrist - Andreas Gruber

© Random House
Todesfrist
| Andreas Gruber |

Verlag: Der Hörverlag 2016
Dauer: 761 min 
ISBN: 9783844522013
Sprecher: Achim Buch

MEINE BEWERTUNG

 ★ - 



Perverse Killer-Spielchen

„Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.“ Mit diesem Ultimatum hält ein Serienkiller die Polizei in Deutschland und Österreich auf Trab. Als ob die Morde nicht schlimm genug wären, laden noch dazu die Methoden zu furchtbaren Träumen ein.

„Todesfrist“ ist der erste Band der mehrteiligen Thrillerreihe um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez, die bei diesem Fall einem grausamen Mörder auf der Spur sind. Eine Frau wird lebendig einbetoniert, eine andere mit Tinte ertränkt. Was die Opfer gemeinsam haben und wer hinter all den schrecklichen Taten steckt, gilt es aufzuklären. 

Am Anfang steht ein Mord in München, der Polizistin Sabine Nemez privat betrifft. Der Kriminalpsychologe Maarten S. Sneijder wird hinzugezogen, der nach einigem hin und her mit ihr ermitteln will.  

Maarten S. Sneijder ist ein sehr seltsamer Kauz, der nicht unbedingt sympathisch ist. Er strotzt vor Zynismus, schlechten Angewohnheiten und absoluter Unhöflichkeit. Es gab für mich noch nie einen forensischen Kriminalpsychologen dieser Art, der mich gleichzeitig faszinierend, interessiert und abgestoßen hat. Diese Figur gibt dem Thriller einen besonderen Touch, der mich sofort gefesselt hat.

Sabine Nemez ist Mitte Zwanzig und mit Leib und Seele bei der Polizei. Sie hat sich schon mehrmals beim BKA als Profilerin beworben, jedoch wurde ihr Gesuch stets abgelehnt. Nun ergibt es sich, dass sie aus ihrer Tragödie einen Vorteil zieht, weil sie damit unverhofft und eher inoffiziell Sneijder zur Seite steht.

Die Krimi- bzw. Thrillerhandlung ist exzellent durchdacht. Kleinste Hinweise und Elemente greifen ineinander, was zuerst keinen Sinn ergibt, wird zu einem mörderischen Gesamtbild zusammengefügt. Auch die Hintergründe der Morde finde ich logisch durchdacht und dabei sehr kreativ umgesetzt.

Die Kreativität hat hier einen besonderen Stellenwert, weil sich Autor Andreas Gruber bei den Mordmethoden ausgetobt hat. Wer hätte gedacht, auf welche Weise Romanfiguren getötet werden können, was höchst bizarr und fesselnd zu hören ist.

Die Erzählweise ist aus unterschiedlichen Perspektiven - auf Figuren- und Zeitebene - aufgebaut. Manche Abschnitte behandeln die Gegenwart, dann springt man einige Monate zurück, begleitet ein Opfer oder eben das Ermittlungsteam. Gerade bei Hörbüchern besteht hier oft die Gefahr, dass man die Übersicht verliert, was dennoch nicht eingetreten ist. 

Eigentlich mag ich es nicht, wenn Ermittler privat von ihren Fällen betroffen sind. Dieser persönliche Bezug von Sabine Nemez hat mich hier aber nicht gestört, weil er eher dezent umgesetzt ist. 

Dafür war mir der Showdown zu sehr in die Länge gezogen. Andreas Gruber hat mit falschen Fährten, überraschenden Wendungen und brenzligen Situationen gearbeitet, die mir eine Spur zu viel des Guten waren.

Insgesamt habe ich „Todesfrist“ sehr, sehr gerne gehört und habe das Zusammenfinden von Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez interessiert verfolgt. Andreas Gruber glänzt durch mörderische Kreativität, exzellenten Spannungsaufbau und einem logischen Handlungsverlauf, was Lust auf weitere Fälle seiner Todes-Reihe macht.
________________
MEINE BEWERTUNG

Die Reihe:
1) Todesfrist
2) Todesurteil
3) Todesmärchen
4) Todesreigen


Mehr über diese Reihe auf Amazon* erfahren:




*Affiliate-Links via Amazon = für mich fallen ein paar Cents ab, wenn ihr hier kauft

Kommentare:

  1. Liebe Nicole,
    du weißt ja, dass ich absoluter Gruber-Fan bin und "Todesfrist" ist mein Lieblingsbuch der Reihe. ich hoffe dir wird diese Reihe auch so gut gefallen wie mir1
    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Martina,

      ich fand das Hörbuch sehr spannend und Maarten S. Sneijder ist mal originell. Mir ist aufgefallen, dass sich Gruber durch seine Kreativität von anderen Thriller-Autoren abgrenzt, das hat mir sehr gut gefallen.

      Und natürlich bin ich auf die weiteren Teile der Reihe gespannt! :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

      Löschen
  2. Hi Nicole :D
    Das Buch hatte ich vor einer gefühlten Ewigkeit (ich habe gerade mal auf meinem Blog geschaut und es ist echt schon 4 Jahre her ;P) gelesen, kann mich aber auch noch gut an die Sache mit dem Struwwelpeter erinnern. Ich fand das Buch auch echt unterhaltsam und leicht gruselig! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Jessi,

      mir ist gleich der Einstieg mit dem Beton unter die Haut gegangen, das war ganz nach meinem Geschmack. Andreas Gruber hat einiges an Einfallsreichtum bewiesen. :) Struwwelpeter - ich fand's richtig schön grausig. :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

      Löschen
  3. Hey :)

    Ich bin seinerzeit mit Band 2 in die Reihe eingestiegen ... Und damals dachte ich mir schon, dass es klüger gewesen wäre, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Jetzt bei Band 4 ist es als Quereinsteiger wahrscheinlich noch schlimmer, denke ich.

    Und die neugierige Frage natürlich zum Ende: Wirst du weiterlesen?

    Liebe Grüße
    Ascari

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Ascari,

      mir hat Martina nahe gelegt, dass ich mit Band 1 beginnen soll. Zwar sagen alle, dass es nicht notwendig sei, doch anscheinend versäumt man Entscheidendes, wenn man sich nicht an die Reihenfolge hält. Das kann ich noch nicht beurteilen. Die Betonung liegt hier auf noch - und ja, ich werde weiterhören und -lesen. Bin gespannt, wie ich die Reihe entwickelt.

      Liebe Grüße,
      Nicole

      Löschen
  4. Hey,

    das erinnert mich an mein Vorhaben, endlich mal was von Gruber zu lesen, aber ich habs dann irgendwie doch immer wieder vergessen. Muss ich wirklich mal nachholen.

    Viele Grüße,
    Camille

    AntwortenLöschen