Montag, 28. August 2017

Rezension: Blutpsalm - Meredith Winter

| Meredith Winter |

Verlag: Sommerburg Verlag 2017
Seiten: 208 
ISBN: 9783981872217

MEINE BEWERTUNG 

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Zu wenig & zu viel

Das typische kleine Dorf Sommerburg wird von grauenhaften Morden heimgesucht. Ansonsten akkurat und ohne Tadel, wird das alltägliche Leben erschüttert, was den jungen Pastor Jonathan zu denken gibt. Allerdings hat er nicht allzu lange Zeit, sich damit zu beschäftigen, weil er sich in eine Prostituierte verliebt. 

„Blutpsalm“ ist ein sogenannter Ladykrimi oder Liebesthriller -  der Liebesroman und Krimi in einem Buch vereint. Zudem kommen leicht erotische Aspekte, die neben dem blutigen Hauptthema in die Handlung einfließen.

Jonathan ist ein junger Pastor, der in der 800 Seelengemeinde mit Leidenschaft seiner Berufung nachgeht. Er liebt seine Schäfchen, nur mit der richtigen Frau hat er es noch nicht geschafft. Daher preisen ihm die Mütter des Orts gern ihre Töchter an. Doch Jonathan hat sich fest vorgenommen, dass er bis zu seiner Heirat keine Liebkosungen austauscht, was ihm bei den Frauen einen schweren Stand einbringt. Jedoch nur bis zu dem Tag, an dem er die Prostituierte Marlene kennenlernt. 


Meiner Meinung nach ist Jonathan exzellent beschrieben und ich habe ihn sofort sympathisch gefunden. Mit ihm lernt man Marlene kennen, steht den Hinterbliebenen der Mordopfer bei und kümmert sich noch um sein eigenes Seelenheil. Im ersten Moment war für mich verwirrend, dass ein Pastor (Pfarrer) heiraten darf. Bis dann der Aha-Effekt kam und mir klar wurde, dass Jonathan ein evangelischer Glaubensträger ist.


Meredith Winter schafft es, das dörfliche Leben plastisch darzustellen. Sie versucht dem Leser ein Gefühl für die komplexen Beziehungen zu vermitteln, den gewohnten Gang darzustellen und einem die Do’s und Don’ts vor Augen zu führen.


Die Handlung hat mir sehr gut gefallen, doch wurde von allem viel zu viel hineingepackt. Die Geschichte wird auf 200 Seiten erzählt und darin kommen unter anderem folgende Themen vor: die Prostituierte und der Glaubensmann, wohin eine posttraumatische Belastungsstörung führen kann, wie es zu unerwünschten Kindern kommt, warum man Jungfrau bleiben will, wozu ein psychopathisches Wesen fähig ist, Erpressung, Mord, wahre Ekelfaktoren, Hippie-Kommunen  und ihr Gegenteil - um nur einige zu nennen. Das hat insgesamt den Beigeschmack von Aneinanderreihung und Oberflächlichkeit, die nur an der Motivation der Personen kratzt anstatt dafür ein richtiges Gefühl zu vermitteln.


Jedenfalls war mir das persönlich zu viel, weil es meiner Ansicht nach zu wenig Raum für erzählerische Dichte gibt. Ich denke, wäre der Krimi auf 600 Seiten erzählt, dann hätte er von der Handlung her 5-Sterne-Potential. 


Denn die Handlung ist einwandfrei und die Autorin bemüht sich sichtlich, gute Spannung aufzubauen. Allerdings ist sie mir zu wenig in die Tiefe gegangen, was ja bestimmt in weiteren Werken anders sein kann.


Alles in allem wurde ich von diesem Ladykrimi oder Ladythriller nicht vollständig überzeugt, obwohl ich das Buch gerne gelesen habe. Es gibt exzellente Ansätze, manches ist blutrünstig erzählt, geht mir persönlich aber zu wenig ins Detail, und die Geschichte an sich hätte mich schon richtig fesseln können. Gefehlt hat es mir an erzählerischer Dichte, die bei 200 Seiten wohl eher schwierig ist. Ich denke, dass dieser Krimi schön für zwischendurch zu lesen ist und für Genre-Liebhaber durchaus empfehlenswert sein kann.

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MEINE BEWERTUNG

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Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.


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Kommentare:

  1. Schade, da hat die Autorin wohl zu viel auf einmal gewollt und das hat der Geschichte sicher nicht gut getan.

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    1. Oder sie hätte ihr mehr Seiten gönnen müssen, dann wäre es ein Hammer-Buch geworden!

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