Mittwoch, 28. Juni 2017

Rezension: Der Fährmann - Christopher Golden

© Buchheim Verlag
Der Fährmann
| Christopher Golden |

Verlag: Buchheim Verlag 2017
Seiten: 372 
ISBN: 9783946330011

MEINE BEWERTUNG 

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Dämonen der Vergangenheit

Wenn sich alte Mythen aus der Vergessenheit erheben, die Grenzen zwischen Hier und Dort verschwimmen und sich jemand wagemutig gegen den Tod stellt, ist es an der Zeit, den Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit aufzunehmen.

David und Janine finden nach einem Schicksalsschlag langsam wieder zueinander. Während sie   sich ganz behutsam einandern nähern, greift ein dunkler Schatten nach ihnen, dem es zu Entrinnen gilt.

Es handelt sich um einen Horrorroman, der mit den besten Elementen des Genres spielt. Emotionale Dichte, verstörende Momente und religiöse Mythen vereinen sich zu einem ausgezeichneten Gänsehaut-Roman.

Gleich zu Beginn wird man mit einer mystischen Traumwelt konfrontiert. Es dauert, bis man sie einordnen kann, dennoch gibt sie der Geschichte ihre Richtung und sorgt von Anfang an für die richtige Grundstimmung.

David und Janine stehen im Vordergrund, wobei ich den Lehrer David als Protagonisten bezeichnen würde. Durch Janine wird er ins Zentrum einer unheimlichen Bedrohung gezogen, die sich langsam zu manifestieren beginnt. David ist Lehrer und hat in letzter Zeit seltsame Erscheinungen, die er sich nicht erklären kann. Sie machen ihm Angst, trotzdem versucht er sie abzuschütteln.

Diese Erzählweise hat mich an alte Horrorfilme aus den 1970ern erinnert. Ich mag es, wenn man zuerst einmal mit der Normalität der Figuren vertraut gemacht wird und dazwischen immer das Unheimliche aufblitzt. Meist wird aus Davids Perspektive von seinem Alltag erzählt und nach und nach kommt es zu verstörenden Zwischenfällen, die er sich nicht erklären kann.

Janine steht im Mittelpunkt und hat schwer mit ihrer Vergangenheit zutun. Gescheiterte Beziehungen und ein einschneidender Schicksalsschlag haben ihr Leben dramatisch verdreht. Nun versucht sie wieder auf die Füße zu kommen und ist froh, dass sie einen Freund wie David hat.

Außerdem wird der Hardcore-Exorzismus-Religion ebenfalls Raum gegeben und genau damit hat man mich an der Angel. Ich finde es einfach total spannend, wie aus römisch-katholischer Perspektive damit umgegangen wird. Denn hier ist schon die Realität ein Horrorroman, die vom Autor geschickt eingewoben wird. Christopher Golden beschränkt sich aber nicht nur darauf, sondern geht gleichzeitig alte Mythen und Legenden an.

Weniger gefallen haben mir einige Beziehungskisten, die mir einfach zu viel geworden sind. Zum Ende hin musste es zwar sein, weil es ansonsten nicht rund gewesen wäre, trotzdem hätten ein paar Schreckmomente mehr und etwas weniger Pärchen-Gehabe dem Roman insgesamt gut getan.

Normalerweise gehe ich nicht auf die Aufmachung von Büchern ein. Doch „Der Fährmann“ ist eine Zierde, was nicht unerwähnt bleiben darf. Der hochqualitative Einband wird von schwarzen Seitenrändern geziert und man merkt bei der ersten Berührung, wie viel Liebe in alle Details geflossen ist.

Klassischer Horror spiegelt sich durchgehend in allen Szenen wieder. Bedrückende, vom Bösen triefende, Momente wechseln sich mit heiteren Stunden ab, über die eine fühlbare Bedrohung schwebt. Obwohl es stellenweise sehr ruhig zu lesen ist, spürt man, dass sich im Hintergrund wahrhaft Bedrohliches zusammenbraut und man eine wahre Horror-Story in den Händen hält.
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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Hi :D

    Klingt wirklich nach so einem typischen alten Horrorfilm, die liebe ich ja auch total :D Glaub, das Buch könnte mir auch gefallen, endlich mal wieder guter Grusel! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ich musste dauernd an die Original-Verfilmung vom Exorzisten denken. :D Ja, es ist schön gruselig zu lesen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Huhu!

    Das klingt wirklich toll und ich freu mich schon sehr drauf! Das muss ja schon alleine wegen dem Aussehen im Regal stehen *lach*
    Ich werd das Lesen davon allerdings in die herbstlichen Monate legen :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,

      das ganze Buch wurde mit so viel Liebe zum Horror gestaltet. Ich hatte mich sofort verliebt! Es ist ein richtiger Blickfang. Im Herbst liest es sich wahrscheinlich noch besser.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. Hallo Nicole,

    der "Fährmann" steht schon seit der Vorstellung von Andrea auf meiner WuLi. Leider hatte ich es nicht geschafft, mir ein signiertes Exemplar auf der Leipziger Buchmesse zu holen. Bei einer meiner nächsten Einkäufe, wird es auf jeden Fall dabei sein und bin schon sehr gespannt darauf. Auch habe ich bisher nur Gutes darüber gehört/gelesen.

    Deine Rezi macht auf jeden Fall sehr neugierig.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      ich hatte ihn auch bei Andrea entdeckt. :D Da gab's signierte Reziexemplare? Und ich habe mal wieder alles verpasst. :(

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  4. Huhu Nicole,
    heute habe ich einen Tag für dich und ich würde mich sehr freuen, wenn du mitmachst!
    http://papierundtintenwelten.blogspot.de/2017/06/the-versatile-blogger-award.html
    Liebe Grüße, Petra

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    1. Guten Morgen, Petra!

      Da bin ich gerne dabei - es wird wohl etwas dauern bis ich dazu komme.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  5. Hallo Nicole :)

    Das Buch hat mich ja schon neulich bei dir sehr angesprochen vom Cover her und jetzt nach der Rezension hast du es mir eigentlich noch schmackhafter gemacht. Horrorfilme der 70er hört sich nämlich prickeld an :) Werd ich sicherlich weiter verfolgen :)

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    1. Hallo Misty,

      ja, das Buch hat was. Mich hat es an die Atmosphäre von "Der Exorzist" erinnert (war das 70er?) und solche Filme mag ich recht gern. Mal schauen, was du dazu sagen wirst, falls es bei dir einzieht.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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