Dienstag, 18. Juli 2017

Rezension: Northern Gothic. Unheimliche Geschichten - Andreas Gruber

© Luzifer Verlag
Northern Gothic. Unheimliche Geschichten
| Andreas Gruber |

Verlag: Luzifer Verlag 2015
Seiten: 344 
ISBN: 9783958350779

MEINE BEWERTUNG 

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Unheimliche Geschichten

Perverse Altenpfleger, in den Wahnsinn treibende Puzzles, verstörende Hinterwäldler und fremde Dimensionen - Gruber zeigt, was das Repertoire des Horrors alles zu bieten hat.

Insgesamt sind 13 Geschichten in diesem Band vereint, wobei schon allein der Prolog mit dem Schaurigen punkten kann.

In diesen Kurzgeschichten geht Gruber mehrere Themen an. Eingangs beschreibt er immer, aus welcher Schaffenszeit die Geschichte stammt, wie er auf die Idee gekommen ist und wann und wo sie erstveröffentlicht wurde. So erfährt man gleichzeitig auch Hintergründe zu seinem Autorenleben.


Meine Lieblingsgeschichte dieser Sammlung ist "Glauben Sie mir, mein Name ist Dr. Watson!“, weil Gruber hier mit den verschiedensten literarischen Figuren spielt und sie äußerst geschickt in einer Gänsehaut-Geschichte vereint. 


Absoluten Gruselfaktor hat meiner Meinung nach "Das Bahnwärterhaus" - eine Geschichte, die mich richtig gefangen genommen hat. Denn hier wird das ländliche Leben in Österreich thematisiert, wie ich es selbst kenne, und ich kann nur bestätigen, dass die Umstände dieser Story durchaus glaubhaft sind.


Laut Gruber hat er sich die beste Geschichte für den Abschluss des Bandes aufgehoben und es stimmt schon, dass einem „Northern Gothic" - mit dem Motiv der furchterregenden Hinterwäldler - wahrlich Angst einjagen kann.


Geografisch betrachtet bleibt Gruber meist daheim. Viele Geschichten sind in Österreich angesiedelt, wobei er manchmal in andere europäische Gefilde wechselt oder den Leser in die USA entführt.


Alles in allem haben mir alle Geschichten gefallen. Ein oder zwei davon gehen mir zu sehr in den Fantasybereich, den ich persönlich weniger mag, und bei einer davon bin ich nach wie vor am Überlegen, ob ich sie überhaupt verstanden habe.


Bei fast allen Geschichten spielt Andreas Gruber mit einer abrupten Wendung und geht auch schon zu Beginn auf diesen literarischen Kniff -  der in der Filmbranche ‚Twist‘ genannt wird - ein. Daher wird man vom ihm lange Zeit auf’s Glatteis geführt bis sich eine ungeahnte Perspektive eröffnet.


Mir hat dieser Erzählstil sehr gut gefallen, nur kam mir der ‚Twist‘ an sich meist zu früh und zu brutal ins Spiel. Ich bin eine Leserin, die sich von Schriftstellern gerne über längere Zeit einlullen lässt, bis der Horror vor mir steht und mir ins Gesicht grinst. Ich denke aber, dass diese kleine Kritik meinerseits eben dem Charakter von Kurzgeschichten geschuldet ist.


Meiner Ansicht nach sind diese unheimlichen Geschichten aus Andreas Grubers Feder allesamt lesenswert. Thematisch grundverschieden, vom Ablauf her ähnlich aufgebaut, dennoch immer mit überraschenden Wendungen, lässt es sich gut gruseln und ich freue mich, dass Österreich wahre Horror- und Thriller-Talente zu bieten hat.

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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Hey :)

    Ich mag Andis Geschichten fast genauso sehr wie seine Romane. Anderes Genre halt, aber nicht minder gut geschrieben! Da merkt man seine Wurzeln einfach.

    Die Watson-Kurzgeschichte gibt es übrigens auch als Theaterstück, das du dir auf Youtube ansehen kannst! Ich hab hier mal den Link, falls es dich interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=_Gw3yK-i2NY

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hallo Ascari,

      von seinen Romanen habe ich noch nicht viel gelesen, das wird aber dieses Jahr nachgeholt. Die Geschichten fand ich insgesamt toll und ein Vergleich mit Stephen King ist gar nicht so weit hergeholt.

      Danke für den Link! Da schaue ich bei Gelegenheit rein.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Da ist ja deine Meinung zu der Sammlung :D
    Mir hat letztlich der andre Band sogar noch n ticken besser gefallen. Aber für eine Sammlung ans Kurzgeschichten war ich echt positiv überrascht, wie viele gute Exemplare dabei waren!

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    1. Kurzgeschichten muss ich auch eher weniger haben, aber das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Da waren ein paar schaurige Schätzchen dabei. :)

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  3. Hallo Nicole,
    das Buch steht auf meiner Liste, weil ich alles von Gruber lesen möchte. Bin gespannt, wann ich dazu komme und wie ich es finde. Aber dank deiner Rezension freue ich mich noch mehr drauf :)
    Liebe Grüße Melli

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    1. Hallo Melli,

      ich stehe noch am Anfang meiner Andreas-Gruber-Karriere, habe aber auch vor, diese Todesreihe von ihm zu hören/lesen. Bin schon recht gespannt!

      Ich denke, die meisten Geschichten werden dir gefallen. :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  4. Ich fand die Sammlung auch sehr gelungen und es ist bestimmt für jeden was dabei, aber alle Geschichten sind lesenswert. Meine Lieblingsgeschichte ist Ristorante Mystico.

    LG Gabi

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    1. Stimmt, "Ristorante Mystico" hatte es in sich! Dabei hat's mich aber nicht so gegruselt wie zB bei "Das Bahnwärterhaus" - die fand ich richtig schaurig.

      Insgesamt ist es eine sehr schön-schaurige Sammlung. Freut mich, dass sie dir ebenso gefallen hat.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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