Dienstag, 22. November 2016

Rezension: Die Spiegelstadt - Justin Cronin

© Random House
Die Spiegelstadt
| Justin Cronin |

Verlag: Goldmann 2016
Seiten: 992 
ISBN: 9783442311804

MEINE BEWERTUNG 

★★ - 



Finale im Nirgendwo

Die Menschen wagen sich wieder daran, ein richtiges Leben zu führen. Raus aus den Mauern, rein in die Wildnis - denn die Zwölf dunklen Wesen dürften keine Bedrohung mehr sein. Aber in der Ferne gibt es noch einen, den Ersten der Zwölf, der in der Dunkelheit lauert.

Es handelt sich um den Abschlussband von Justin Cronins Passage-Trilogie und um ein Finale, das die Vorgängerbände in einem würdigen Abschluss vereint.

Im Vordergrund steht der Kampf zwischen Licht und Dunkel, Leben und Tod, die Ewigkeit gegen das Vergängliche, und Amy gegen Zero. 

Zu Beginn leitet Cronin den Abschlussband mit einer kurzen Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse ein. Diese werden bibelartig in kurzen Sätzen geschildert und ermöglichen dem Leser alles bisher Geschehene Revue passieren zu lassen.

Im nächsten Teil macht man sich mit dem Figuren vertraut. Nach Jahren trifft man alte Bekannte wieder, begegnet ihnen, wie sie in ihrem neuen Leben stehen, bekommt ihre Entwicklung und Geschichte erklärt und merkt, dass ihnen etwas Großes bevor steht. Als weitere Hilfestellung ist im Anhang ein Personenverzeichnis beigefügt, das ich doch einige Male in Anspruch nahm.

Gleich in diesem Abschnitt der Erzählung habe ich mich richtig wohlgefühlt. Wenn ich an die ersten beiden Bände denke und nun sehe, wo die Protagonisten im Leben stehen, ist es tatsächlich so, als würde man nach Jahren alte Freunde treffen und sich ein bisschen wundern, was aus ihnen geworden ist. Es ist faszinierend zu lesen, wie jeder seinen Platz im weltlichen Gefüge eingenommen hat, wovon sie getrieben werden und was sie sich erträumen, wobei man ahnt, dass es bald zur dunklen Wende kommen wird. 

Zero nimmt einen wichtigen Part in der Erzählung ein. Wer kann sich noch erinnern, dass es einst mit einem erkrankten Wissenschafter in Bolivien begann? Diesmal erfährt man seine ganze Geschichte, die tragisch, schicksalshaft und sehr emotional zu lesen ist. 

Die Atmosphäre ist angespannt und gleichzeitig geht die Erzählung oft nur langsam voran. Zeitsprünge und detaillierte Beschreibungen wechseln sich meiner Ansicht nach genau richtig portioniert ab und sie lassen dadurch ein Verständnis für handelnde Personen und Ereignisse zu. Hier muss ich aber auch sagen, dass ich sicher nicht das Gefühl habe, alles wirklich verstanden zu haben. Die Passage-Trilogie ist ein derart episches Werk, das man es vielleicht erst beim zweiten Mal lesen vollständig begreift. Dennoch ist es eine Geschichte die gut zu unterhalten und den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu bannen weiß. 

Immer wieder driftet man in eine Zwischenwelt ab, die interessant zu lesen ist, aber eigentlich sehr verwirrend war. Denn so richtig habe ich nicht durchschaut, was es damit auf sich hat und ich frage mich im Nachhinein, ob es diese Passagen wirklich gebraucht hat.

Dafür gehen der Showdown und das Ende unter die Haut, so wie ich es erwartet hatte. Das Ende der Passage-Trilogie hat mich wehmütig und traurig gemacht. Einerseits, weil es Cronin beherrscht, mit den Emotionen seiner Leser zu spielen, andrerseits, weil ich es nicht glauben kann, dass der Übergang vollzogen ist und es für mich keine Amy im Nirgendwo mehr geben wird.

Justin Cronin hat dem Übergang meiner Meinung ein würdiges Ende bereitet, das mich erneut in seinen Bann gezogen hat. Ich glaube, wer bisher gern mit Amy im Nirgendwo gewesen ist, wird auch vom Grande Finale dieses epischen Meisterwerks gefesselt sein.

________________
MEINE BEWERTUNG

Die Passage-Trilogie:

1) Der Übergang [Rezension lesen]
2) Die Zwölf [Rezension lesen]
3) Die Spiegelstadt

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Kommentare:

  1. Liebe Nicole,

    vielen Dank für deine schöne Rezension. So ist meine Vorfreude auf den ersten Teil der Reihe noch einmal enorm angestiegen.

    Liebe Grüße

    Nisnis

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    1. Hallo Nisnis,

      den ersten Teil fand ich mit Abstand am besten, dabei sind die beiden anderen Teile auch sooo gut. Dir steht also ein wahnsinniges Leseerlebnis bevor und ich beneide dich fast, weil du die Trilogie noch vor dir hast.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hi Nicole!

    Ja, da sind wir wohl alle (oder die meisten bisher) sehr begeistert! Irgendwie ist es ja schade, dass die Trilogie vorbei ist, aber es war ein grandioser Abschluss!

    Jetzt hoffe ich, dass Herr Cronin sich was neues einfallen lässt :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,

      ja, wir sind einer Meinung! :D Die Trilogie ist einfach der Hammer und ich finde es richtig schade, dass es nun zu Ende gegangen ist. Herr Cronin meinte in einem Interview, das Nest sei nun leer. Im Moment habe er keine Ideen ... Warten wir mal ab, ich bin zuversichtlich, dass ihm wieder etwas einfallen wird.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. So viele begeisterte Leserstimmen ~ ich sollte wohl mal mit der Reihe anfangen!

    Ganz liebe Grüße!

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    1. Was?!? Du hast noch gar nicht damit begonnen? Ich bin fast neidisch, dass du das noch alles vor dir hast. :) Viel Freude mit Amy im Nirgendwo!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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