Freitag, 16. September 2016

Rezension: Sara, die kleine Prinzessin - Frances H. Burnett

© Anaconda Verlag
Sara, die kleine Prinzessin
| Frances H. Burnett |

Verlag: Anaconda Verlag 2015
Seiten: 256 
ISBN: 9783730602751

MEINE BEWERTUNG 

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Sara, die kleine Prinzessin

Sara kommt aus dem fernen Indien und lebt wie eine richtige Prinzessin im Londoner Mädcheninternat. Ihr Vater ist reich und denkt nur daran, sein kleines Fräulein zu verwöhnen. Doch das Blatt wendet sich als Saras Vater in die falschen Geschäfte investiert und völlig verarmt in Indien stirbt.

Frances H. Burnetts Kinderroman „Sara, die kleine Prinzessin“ ist ein Buch über Freundschaft, die Kraft, an das Gute zu glauben und dem Zufall, dem man so oft im Leben ausgesetzt ist.

Die Autorin zeichnet mit Sara ein entzückendes Kind. Zwar ist sie materiell von allen Seiten verwöhnt, trotzdem denkt sie nicht einmal daran, hochnäsig oder gar arrogant zu sein. Sie ist immer nett und höflich, auch zu Menschen, die sie gar nicht mag, weil sie sich denkt, dass diese gar nichts dafür können.


Genauso unvoreingenommen nimmt sie sich anderer Menschen und Lebewesen an. Egal, ob es das pummelige Mädchen ist, das den Lernstoff nicht behalten kann, die Küchenmagd, der der Hunger aus den Augen kommt, oder die abstoßende Ratte, die ihren behaarten Nachwuchs ernähren muss, für alles und jeden hat Sara ein aufmunterndes Wort übrig und spendet mit ihren liebevollen Art Trost und Erheiterung.


Besonders gut hat mir gefallen, dass Burnett bzw. die Protagonistin Sara auf die Rolle des Zufalls im Leben eingeht. Wie oft man im Leben Glück gehabt hat, um in Komfort und Wohlstand zu leben, weiß niemand von uns. Sara denkt sich öfter, dass es nur Zufall war, dass sie als die Tochter eines reichen Vaters geboren ist und nicht wie ihre Freundin Becky, undankbaren Dienst in der Küche schieben muss. So kommt es auch, dass sie sich auf keinen Fall für etwas Besseres hält und anderen Menschen deren Würde zugesteht.


Die Handlung selbst erinnert mich an Cinderella. Zwar gibt es keine böse Stiefmutter und garstige Stiefschwestern, aber diese Rollen werden von der Internatsleiterin und gemeinen Mitschülerinnen besetzt. Das Schicksal beutelt Sara ordentlich durch, doch anstatt in verzweifelte Stagnation zu verfallen, bemüht sie sich weiterhin, ihr positives Wesen zu bewahren, worin sie ihre größte Stütze für die schweren Zeit sieht.


Gleichermaßen märchenhaft sind aber auch die Geschichten, die sich Sara ausdenkt, womit sie die schlimmen Tage überstehen kann. Außerdem ist es bezaubernd, wie viel sie für andere Menschen übrig hat, und sich dank ihres positiven Wesens Hoffnung und Würde bewahrt.


Mich hat Saras Geschichte sehr berührt und manchmal fast zu Tränen gerührt. Es war unglaublich zu lesen, wie gemein man zu einem kleinen Kind sein kann, wie wenig man zu helfen versucht und wie tapfer dieses Kind die Situation ertragen hat.


Ich glaube, dieses Buch kann dazu beitragen, sich wieder bewusst in andere Menschen einzufühlen und allen Wesen auf dieser Welt mit angebrachtem Respekt zu begegnen. Deshalb ist „Sara, die kleine Prinzessin“, meiner Meinung nach, ein empfehlenswerter Kinderklassiker für junge und alte Leser in allen Lebenslagen.

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MEINE BEWERTUNG
★★

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Kommentare:

  1. Danke für diese tolle Rezi. Obwohl ich sehr viele Bücher aus dem Anaconda Verlag im Auge habe, kenne ich dieses wirklich noch nicht. Zur Zeit ist echt wieder schlimm mit Buchtipps :/
    Bis Juni SAH mein SuB soooo gut aus :D

    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Hallo Andrea,

      ja, momentan wird an allen Ecken und Enden die Wunschliste gefüttert. :D Man weiß überhaupt nicht mehr, wo, was und wann man anfangen soll.

      Jedenfalls ist das Buch wirklich bezaubernd und ich kann es dir nur ans Herz legen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hallo Nicole!

    Ich liebe dieses Buch! Sara ist einfach nur toll und auch sonst ist es einfach zauberhaft.
    Kennst du die Zeichentrickserie dazu? Ist wirklich gut umgesetzt worden, aber kein Wunder: Die gleichen "Schuldigen" wie auch für die Zeichentrick-Adaptionen von Anne von Green Gables und Heidi.

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Hallo Lena,

      ja, den Zeichentrick habe ich als Jugendliche manchmal gesehen. Die Serie war so traurig! Das Buch strahlt zumindest etwas mehr Hoffnung aus.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. Ich bin gerade ein bisschen entsetzt, dass ich das Buch noch nicht kenne. Gleich mal im WebOpac gucken, was die Bücher dazu sagt!

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    1. Man kann halt nicht alles kennen. Jedenfalls zahlt es sich aus.

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  4. Hallo :-)
    dieses Buch wartet auch schon so lange darauf von mir gelesen zu werden. Ich mag die Autorin sehr, "der geheime Garten" habe ich erst vor einer Weile wieder gelesen.Jetzt hab ich richtig Lust bekommen dieses Buch hier anzufangen. :-D "Sara" als Zeichentrickserie kenne ich auch noch von damals, die mochte ich als Kind sehr.

    LG
    Ena
    https://tintentick.blogspot.de/

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    1. Hallo Ena,

      "Der geheime Garten" habe ich auch gelesen, fand es aber nicht ganz so gut wie dieses hier. Schön, dass ich dir Lust auf das Buch machen konnte. Es zahlt sich wirklich aus.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  5. Huhu!

    Dieses Buch war das Lieblingsbuch meiner Kindheit. Ich hatte schon ein bisschen Angst, dass du etwas schlechtes darüber schreiben würdest.
    Stattdessen kann ich schreiben: vielen lieben Dank für die tolle Rezi!

    Einen schönen Lesergruß, Sara

    http://seitenglanz.blogspot.de/

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    1. Gern geschehen! :) Das Buch hat es eben verdient.

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  6. Irgendwann möchte ich auch mal all die Kinderklassiker lesen, die ich hauptsächlich aus Trickserien oder Verfilmungen kenne. Sollte ich einmal Kinder haben, so möchte ich ihnen diese Bücher in die Hand drücken.
    "Sara", "Pollyanna", "Anne mit den roten Haaren", "Betty und ihre Schwestern"... All diese Kinderklassiker müsste ich mir nach und nach mal zulegen oder ausleihen. Vielleicht auch auf englisch. :)

    Liebe Grüße,

    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

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    1. Ja, das geht mir auch so! Aber nicht nur die Kinderklassiker, sondern ich versuche immer wieder den einen oder anderen Klassiker einzuschieben, weil da tatsächlich viele lesenswerte Bücher dabei sind. Auf Englisch wäre eine gute Möglichkeit, aber ich vergesse immer drauf und schaffe sie mir auf Deutsch an.

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