Montag, 11. Mai 2015

Rezension: Revival - Stephen King

© Random House

Meine Bewertung ★★★★


SHORT FACTS

Titel: Revival
Autor: Stephen King
Verlag: Heyne 2015
Seiten: 512
ISBN: 9783453269637

 

Elektrisierende Lebensgeschichte


Bereits in jungen Jahren hat sich über Jamies Leben ein Schatten gelegt. Der Schatten eines Predigers, des Pastors der Gemeinde, der sich während einer harmlosen Schlacht seiner Plastiksoldaten über ihn warf, und der ihn sein ganzes Leben lang verfolgen wird.

Der charismatische Pfarrer und seine Familie werden willkommen geheißen, seine elektrischen Spielereien faszinieren die Kinder der Methodistenkirche und man erfreut sich daran, endlich wieder einen eigenen Prediger im Ort zu haben. Bis zu dem Tag, an dem die Familie des religiösen Mannes bei einem tragischen Unfall zu Tode kommt, wodurch der Reverend vom Glauben abfällt und ab sofort all seine Energie in beängstigende elektrische Experimente steckt.

Die ganze Geschichte erfährt der Leser aus Jamies Perspektive. Der einst kleine Junge ist mittlerweile ein älterer Mann, der mit seinen gut 60 Jahren seine Lebensgeschichte zu Papier bringt. Er erzählt von seiner Kindheit, der ersten Liebe, den frühen Erfahrungen mit der Gitarre und wie es dazu kam, dass er neben seiner Karriere als Gitarrist auch eine Karriere als Drogenjunkie startete. 

Über sämtliche Lebensabschnitte liegt dieser Schatten des Reverends. Zuerst als willkommener Freund, der sich der Sorgen des Protagonisten annimmt, später als Bedrohung, deren Gefahren sich nach und nach abzeichnen. Denn der ehemalige Methodistenpriester ist besessen. All seine Bestrebungen richten sich auf ein Ziel: dem Geheimnis der Elektrizität und damit dem Geheimnis des Jenseits auf den Grund zu gehen.

Jamies Geschichte fand ich doch sehr faszinierend. Obwohl ich eigentlich weniger an Rockmusik und E-Gitarren interessiert bin, wurde ich eingelullt und habe mir von ihm seine Geschichte erzählen lassen, als ob er mir tatsächlich gegenübersitzt.

Denn darin sehe ich eigentlich immer das Gruseligste an King, dieses unbeschreibliche Talent, die Personen aus seinen Romanen lebendig zu machen, was auch hier wieder der Fall ist.

Außerdem erinnert mich King immer an diese typischen amerikanischen Filme, mit fröhlicher Musik im Hintergrund, die davon ablenkt, wie sich langsam erschreckende Ereignisse zur eigentlichen Handlung formen. Die typischen Längen hat natürlich auch dieses Werk, aber als geneigter King-Leser sieht man darüber hinweg und wartet ab, was passiert. 

Enttäuscht war ich nur davon, dass die Ereignisse erst ziemlich spät richtig an Fahrt aufgenommen haben. Denn obwohl anders proklamiert, spart der Autor mit dem üblichen Horror, streut ihn nur ganz sanft ein, um ihn in einem viel zu kurz geratenem Showdown mit voller Ladung zu präsentieren.

Insgesamt ist es ein guter King, mit den wohl bekannten Stärken und Schwächen, aber meiner Meinung nach etwas zu wenig Horror.

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Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.


Kommentare:

  1. Hey Nicole,
    bin da ganz deiner Meinung, auch für mich hätte es gerne früher anfangen können und auch etwas mehr Horror geben können. Aber die Charterzeichnung war mal wieder spitze :)
    Liebe Grüße
    P.S weißt du schon welchen King du als nächstes liest?

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    1. Hallo Tanja,

      bei dem King sind wir uns also wieder einig. ;-) Als nächstes habe ich "Sara" im Visier, das subt schon einige Zeit (4 oder 5 Jahre !) und soll bald gelesen werden. Kennst du es schon?

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Hey Nicole,
      ja habe ich 2013 gelesen, fand ich aber im Verhältnis zu den anderen etwas schwach. Aber ich kannte auch schon den Film vorher und deswegen waren die Wendungen und so leider nicht mehr soo überraschen...
      Hast du den Film dazu schon gesehen?
      LG

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    3. Nein, ich habe den Film noch nicht gesehen. Vielleicht ist das ja hilfreich. Aber ich habe schon von einigen gehört, dass "Sara" nicht so toll sein soll ... Lasse mich mal überraschen.

      Hast du eigentlich wieder einen King in Planung?

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    4. Ja, denke es ist bestimmt hilfreich :)
      Mhhh ich glaube Joyland, aber vermutlich erst nächsten Monat.

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    5. "Joyland" ist eine gute Wahl, aber es ist nicht wirklich ein Horrorroman, ich würde es eher als Mystery bezeichnen.

      Bei mir wird's mit "Sara" auch noch dauern.

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    6. Ich mag auch auch seine ruhigeren Bücher, deswegen ist das völlig ok ;)

      Nur so aus Neugier welches Horrorbuch von ihm würdest du mit den empfehlen? Es, Puls, Shining und Friedhof der Kuscheltiere habe ich schon gelesen. Hab noch mehr von ihm gelesen, aber die würde ich nicht unbedingt in Horror einordnen^^
      LG

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    7. Ich starte gleich mit einer Gegenfrage: Wie war "Puls"? Das habe ich auch schon länger im Visier ...

      Wenn du es noch nicht kennst, dann würde ich "Das Monstrum" (Tommyknockers) empfehlen. Das fand ich ganz schön schaurig.

      Das beste Buch war für mich "Friedhof der Kuscheltiere", da hat's mir die Zehennägel aufgestellt. Aber es war auch mein erster King.

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    8. Von Das Monstrum kenne ich nur den Film ,ist aber bestimmt schon 15 Jahre her und weiß nur noch ein paar Einzelheiten...Steht natürlich auch bei mir im Regal, bei der Kind Sammlung^^

      Ja Friedhof der Kuscheltiere war echt übel. Kennst du Cujo ?

      Puls fand ich ziemlich gut. Es ist ein ganz untypischer King, weil es von Anfang an rasant zu geht. Die Idee dahinter gefiel mir. Die Charaktere auch, aber in Puls legt er nicht soooo viel Wer auf ihre Darstellung, weil es mehr um die Handlung geht...Ich weiß noch, als ich es gelesen habe und ein Handy geklingelt hat, da hab ich das Handy ganz böse und entsetzt angeschaut, weil ich so in der Story war^^

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    9. Nein, "Cujo" habe ich noch nicht gelesen, scheint aber gut zu sein. Könnte ich auch noch nachholen. Hat's dir gefallen?

      Und auf "Puls" machst du mich jetzt noch neugieriger, das war wohl richtig gut. :-D

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    10. Ja, hab mich lange um das Buch gedrückt, weil ich Hunde sehr mag und irgendwie da joar angst hatte^^ Fand es dann auch sehr gruselig. Man merkt aber, dass es alt ist, wie die Leute sich verhalten und so...alles nicht mehr so Zeitgemäß....aber die Atmosphäre ist total bedrücken und erst das Ende....Und King hat es geschafft, dass ich Mitleid mit einem tollwütigen killer Hund habe, das schafft auch nur er^^
      Er hat später gesagt, als er das Buch geschrieben hat, war er voll auf Drogen, dass er sich kaum noch daran erinnern kann.....

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    11. Ich habe ja die Vermutung, dass seine Drogenbücher die richtig guten Kings sind, auch wenn man das nicht zu laut sagen sollte. Also, auch mit "Cujo" ab auf die WL.

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  2. Ich hab schon ewig keinen King mehr gelesen, der letzte war The grren Mile :P Also schon etwas länger her :) Aber ich denke, den werde ich mir mal zulegen :)

    LG Danni

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    1. Unbedingt! Aber bei King habe ich immer so Schübe - jahrelang nichts und dann wieder die volle Ladung.

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