Montag, 13. April 2015

Rezension: Extinction - Takano Kazuaki

© Random House

Meine Bewertung ★★★★


SHORT FACTS

Titel: Extinction
Autor: Kazuaki Takano
Verlag: Bertelsmann 2015
Seiten: 560
ISBN: 9783570101858

 


Evolutionärer Wissenschaftsthriller


Ein tödlicher Virus bei einem Pygmäenstamm im Kongo wird zur Geheimmission des Weißen Hauses erklärt. Ein junger japanischer Wissenschafter entdeckt das geheime Forschungslabor seines verstorbenen Vaters. Ein amerikanischer Berufssoldat fürchtet um das Leben seines sterbenskranken Sohnes. Und ein kleiner afrikanischer Junge scheint nicht von menschlicher Art zu sein.

Der Begriff „Extinction“ bezieht sich auf das Aussterben einer ganzen Spezies durch natürliche Evolution. Und genau damit hat man es in diesem Wissenschaftsthriller zutun.

Die USA schickt einen Kampftrupp in den Kongo, da sich dieses tödliche Virus sogar als noch größere Bedrohung wie zuerst vermutet erweist. Zeitgleich hat der junge Wissenschafter Kento in Japan den plötzlichen Tod seines Vaters zu verkraften, der in einem schmuddeligen Appartement auf eigene Faust an einem Heilmittel gegen eine tödliche Krankheit forschte, und nun seinen Sohn vor die Weiterführung dieses Werkes stellt.

Nach einem spannenden Einstieg flaut der Thriller kurz etwas ab, nimmt dann aber wieder richtig an Fahrt auf. Hauptsächlich hat man es mit zwei Erzählsträngen zutun. Einerseits mit den Soldaten im Kongo, deren Anführer der Amerikaner Yeager ist, andrerseits mit dem jungen Mann Kento, der im Auftrag seines toten Vaters zu wissenschaftlichen Höchstleistungen angespornt wird.

Jede Perspektive ist in sich genommen spannend, wobei mich allerdings nach den ersten Seiten - genau wie den armen Kento - eine schwebende Orientierungslosigkeit ergriff, weil man einfach nicht so recht weiß, wie das alles jetzt zusammenhängt.

Yeagers Perspektive im Kongo ist stark von Kampfhandlungen geprägt. Zwar wird man hier atemlos von Ereignissen zu neuen Erkenntnissen gejagt, trotzdem konnte mich Kentos Sichtweise auf die Geschehnisse mehr faszinieren. Denn gemeinsam mit Kento tüftelt man an einem Heilmittel, das eigentlich unmöglich erscheint:

„Er musste die schlechte Gewohnheit ablegen, immer schon aufzugeben, bevor er es versuchte.“ (S. 331)

Detaillierte Beschreibungen von chemischen Reaktionen und Verbindungen waren teilweise schwierig zu lesen, aber durchaus interessant und ich denke, es ist wieder einmal eines dieser Bücher, bei deren Lektüre man sich nebenher noch einiges an Wissen aneignen kann.

Außerdem geizt der Autor mit Anspielungen auf die ehemalige Bush-Regierung nicht, thematisiert den Irak-Krieg, die NSA und zeigt in seiner packenden Erzählweise, in welcher Zwickmühle sich das Weltgeschehen befindet, die sich in den Geschichten der Protagonisten widerspiegelt.

Für mich ist „Extinction“ ein hochaktueller Thriller mit brisanten Themen und ich denke, wer gern Wissenschaftsthriller mit Science-Fiction-Elementen liest, wird mit diesem Buch gut beraten sein. 


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Extinction - Kazuaki Takano

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Huhu Nicole,

    eine wirklich tolle Rezension! Das Buch klingt nicht schlecht, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es für mich das richtige Thema vom Interesse her sein würde.. Aber an einen Wissenschaftsthriller könnte ich mich eigentlich durchaus mal heranwagen. haha :D

    Liebste Grüße!

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    1. Hallo Michelle,

      warum nicht mal einen Wissenschaftsthriller ausprobieren? Ich finde die ab und zu recht interessant.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hallo Nicole :-)
    Ich habe es auch gelesen und kann dir nur zustimmen! Tolle Rezi :-)

    Liebe Grüße
    Line

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  3. Hey,
    habs heute auch ausgelesen und gleich die Rezi geschrieben, stimme dir in vielen Punkten zu. Nur fand ich den Strang um Yeager interessanter ;-)
    Sonnige Grüße

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    1. Du fandest Yeager wirklich interessanter? So sind die Geschmäcker verschieden. Werde mir dann gleich mal deine Rezension anschauen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  4. Hey Nicole!

    Das klingt ja mal interessant. Gerade wenn es um Viren geht, bin ich ja auch gerne mal bereit, meine Zombies auf die Seite zu legen. :-D
    Ich finde es eigentlich immer sehr interessant, wenn ein Problem (der Virus in dem Fall) auf unterschiedliche Weise beleuchtet wird und der Leser sozusagen verschiedene Meinung sieht und sich dann selbst fragen muss, wie er zu dem Thema steht. Für den Autor finde ich sowas sogar noch schwerer, vor allem dann, wenn die Protagonisten andere Meinungen haben!

    Auf jeden Falll eine tolle Rezension die neugierig auf mehr macht! :-)

    LG
    Tilly

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    1. Hallo Tilly,

      die Viren stehen aber nicht im Vordergrund (leider), trotzdem ein guter Wissenschaftsthriller und war mal was anderes.

      Stimmt, die verschiedenen Perspektiven auf das Thema zeigen, wie komplex eigentlich alles ist. Es gibt nunmal nicht die Lösung für die Probleme der Welt und obwohl alle Gutes tun wollen, kann sich keiner sicher sein, dass er es tatsächlich tut ...

      Ich glaube, für einen Autor ist das ein wahnsinnig spannendes Gedankenspiel, wenn er sich darauf einlässt. Wer würde wie reagieren und warum? Da kann ich mir richtig vorstellen, wie man über einer Mindmap sitzt und den Ideen freien Lauf lässt.

      LG Nicole

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