Montag, 16. März 2015

Rezension: Joyland - Stephen King

© Random House

Meine Bewertung ★★★★


SHORT FACTS

Titel: Joyland
Autor: Stephen King
Verlag: Heyne 2013
Seiten: 352
ISBN: 9783453268722

 


Rein ins Vergnügen!


Devin ist Student und möchte in einem Vergnügungspark während der Sommermonate Geld verdienen. Außerdem ist das wohl der beste Weg, um sich von einer enttäuschenden Liebesbeziehung abzulenken und neuen Mut für die weitere Studienzeit zu schöpfen.

Schnell freundet er sich mit den neuen Kollegen an und hat alle Hände voll im Vergnügungspark zutun. Anstrengende Auftritte im Pelzkostüm, lachende Kinder und dreckige Toiletten, der Arbeitsalltag hält die abwechslungsreichsten Aufgaben bereit. 

Und dann ist da noch dieser Mord, der Devin keine Ruhe lässt. Einige Jahre davor wurde ein Mädchen in der Geisterbahn erstochen und seither soll ihr Geist bevorzugt das Personal erschrecken.

Diesen Roman hat Stephen King geschrieben, wer sich allerdings im Horrorgenre wähnt, wird sicherlich enttäuscht werden. Es kommen eindeutig gruselige Elemente vor, diese halten sich allerdings sehr im Hintergrund und blitzen nur manchmal zwischen den Seiten hervor.

Trotzdem hat man es mit einem guten Roman zutun. Gemeinsam mit Devin tritt man die Stelle im Vergnügungspark an. Es ist einer dieser traditionellen Parks, wie man sie aus älteren amerikanischen Filmen kennt, mit ganz viel Zuckerwatte, einer Wahnsinnsachterbahn und gut gelauntem Plüschgetier, das für die nötige Stimmung sorgt. 

Aber natürlich zieht die alte Geisterbahn Devin in ihren Bann, zu gruselig ist die Geschichte von dem ermordeten Mädchen und ihrem Geist, der darin verweilen soll. Da beschließen Devin und seine Freunde, selbst nachzuschauen, wie schaurig es in der Geisterbahn wirklich ist … 

Wie immer hat man es bei King mit einem großartigen Schreibstil zutun, der mich mitten in den Vergnügungspark gestellt hat: lachende Kinder, weinende und quengelnde Exemplare, Menschen mit Hotdogs und Pommes in der Hand, ausgelassene Schreie vom Riesenrad, verschwitzte Parkangestellte, das furchtbare Gedudel der Fahrgeschäfte und Schüsse von der Schießbude - da war ich als Leserin live dabei!

Außerdem sind Stephen Kings Figuren real. Das mag sich jetzt etwas hochtrabend lesen, jedoch schaffen es nur wenige Autoren, Figuren zu erschaffen, bei denen ich das Gefühl habe, als ob ich sie jederzeit auf der Straße treffen könnte. Und so kommt es mir nicht nur bei den Protagonisten vor, sondern tatsächlich bei jeder Nebenfigur, mag sie noch so eine kleine Rolle haben.

Merkwürdig, vergnüglich und manchmal sogar gruselig, so hat mir der über 60 Jahre alte Devin selbst seine Geschichte vom Sommer 1973 erzählt, und dabei habe ich ihm sehr gespannt zugehört.

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Joyland - Stephen King


Kommentare:

  1. Huhu,
    früher habe ich King verschlungen und ausnahmslos geliebt - Es, Friedhof der Kuscheltiere, die Turm-Reihe ...
    Joyland ist das letzte Buch, dass ich von ihm gelesen habe und es gefiel mir leider nicht so besonders. Für mich kam irgendwie keine Spannung auf, es zog sich ständig und als es dann endlich dramatisch wurde, hielt sich die Spannung nur wenige Seiten. Vielleicht hatte ich aufgrund der alten Bücher aber auch einfach falsche Erwartungen, weil es - wie du ja auch sagst - nur bedingt gruselige Elemente gibt.
    Daher fand ich es jetzt auf jeden Fall interessant, deine Rezension zu lesen, weil du ganz anders an das Buch rangegangen bist.

    LG
    anja

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    1. Hallo Anja,

      ja, ich weiß, was du meinst. Aber ich glaube, wir müssen King zugestehen, dass er sich verändert hat. Am Anfang wollte ich das Buch sogar niedriger bewerten, aber dann habe ich mal darüber nachgedacht, wie die Geschichte auf mich gewirkt hat, wie sich mich nach Joyland gezogen und wie viel Spaß mir die Lektüre gemacht hat.

      Kein Vergleich zu den alten King-Klassikern, aber es ist trotzdem - meiner Meinung nach - eine gute Geschichte.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hey Nicole,

    mal wieder eine echt tolle Rezension! Das Buch klingt hört sich so weit nicht schlecht an.
    Leider habe ich es bisher immer noch nicht geschafft endlich mal ein Stephen King anzufangen. Das sollte ich endlich mal ändern! Habe ein paar Bücher von ihm auf meinem Kindle..

    Liebste Grüße,
    Michelle

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    1. Hallo Michelle,

      das Buch hat mir gut gefallen. Aber wenn du einen "richtigen" King lesen möchtest, dann empfehle ich "Es", "Friedhof der Kuscheltiere" oder "Shining". Darin zeigt sich der Meister von seiner Horrorseite. "Das Monstrum" (Tommyknockers) ist auch zum Fürchten.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. Huhu Nicole,
    ich sollte unbedingt mal wieder bald einen King lesen! Früher war er mein absoluter Lieblingsautor!
    Gekauft hab ich mir bisher aber trotzdem jedes neue Buch, das ist einfach ein Muss! Jetzt müssen die drei nur noch gelesen werden ;) Auf die Arena z.Bsp. bin ich schon sehr gespannt!

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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    1. Hallo Dani,

      ich hatte auch eine lange King-Phase und seit längerer Zeit greife ich nur mehr sporadisch zu seinen Werken. Momentan hat es mich anscheinend wieder gepackt, denn für die nächste Zeit habe ich doch ein paar Bücher von ihm eingeplant.

      "Die Arena" interessiert mich zB überhaupt nicht. Ich habe in die TV-Produktion rein geschnuppert und schon war's uninteressant ... keine Ahnung, warum.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  4. Ich habe Joyland letztes Jahr gelesen. Im Grunde genommen mag ich King Bücher nicht so gerne, weil er mir einfach viel zu viel auf die Charaktereigenschaften der Protas eingeht. Das nimmt immer so unheimlich viele Seiten in Anspruch, dass ich mich schlicht langweile. Zwar wird es danach meist spannend, aber ich habe einfach nicht die Muße, mir das das am Anfang so genau anzutun. ;)
    Joyland war mir leider auch ein bisschen zu arg langweilig, obwohl King diesmal nicht so sehr auf die Charaktere eingegangen ist, sondern sich schneller dem eigentlichen Plot gewidmet hat. Allerdings empfand ich diesen als nicht gerade spannend. ;)
    Wie dem auch sei, die Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden und ich bin froh, dass dich das Buch mehr überzeugen konnte, als mich. :)
    GlG
    Kitty ♥

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    1. Hallo Kitty,

      ja, ich weiß, was du meinst! Er braucht schon lange, um auf den Punkt zu kommen. Grad das mag ich recht gern. Ich lasse mich einlullen, wiege mich in Sicherheit, mache es mir in der Geschichte gemütlich und auf einmal kriecht langsam das Grauen rein. :-D

      Zugegeben, "Joyland" hat's an Grauen gefehlt, aber trotzdem fand ich die Geschichte gut. Wie schon weiter oben erwähnt, vielleicht sollten wir King nicht immer an sich selbst messen ...

      Ja, sehe ich auch so, schön, dass wir alle verschieden sind. Trotzdem finde ich es immer sehr spannend, wie unterschiedlich ein Buch von verschiedenen Lesern wahrgenommen wird. Danke für dir daher sehr für deinen Beitrag!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  5. Hey,
    ich mag ja dieses "neuen" ruhigen King ( genauso wie den alten^^)
    Das Buch muss ich auch bald lesen..
    Finde es einfach toll, wie er es schafft Charaktere so lebendig wirken zu lassen, genau deswegen mag ich seine Kurzgeschichten auch nicht so, da fällt mir dies irgendwie^^ Bis jetzt fand ich es noch nie langweilig seinen Charakterzeichnungen zu folgen, auch wenn sie so manche Seite eingenommen haben....
    Liebe Grüße

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    1. Stimmt, mit den Kurzgeschichten kann ich auch nicht viel anfangen. Wobei das eigentlich allgemein gilt. denn bei Kurzgeschichten habe ich immer das Gefühl, dass sie noch nicht einmal richtig begonnen haben und schon sind sie vorbei.

      Liebe Grüße

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  6. Klingt nach einem guten Krimi!

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