Samstag, 27. Dezember 2014

Rezension: Oryx und Crake - Margaret Atwood

© Berlin Verlag

Meine Bewertung ★★★★


SHORT FACTS

Titel: Oryx und Crake
Autor: Margaret Atwood
Verlag: Berlin Verlag 2000
Seiten: 380
ISBN: 9783827000149

 


Als "Schneemensch" noch Jimmy war


„Schneemensch“ wird er von den Crakern genannt. Diesen Kreaturen, nicht Mensch, nicht Tier, perfekte genetische Konstruktionen, die Crake im Labor gezüchtet hat. Und Schneemensch erinnert sich an die Zeit, als Crake sein bester Freund war, er noch Jimmy genannt wurde und sie beide in die mysteriöse Oryx verliebt waren.

Und er erinnert sich an eine Welt, vom Klimawandel gebeugt, von Naturkatastrophen durchgeschüttelt und von Menschen bewohnt, die dem Jugendwahn verfallen waren und die sich durch Genmanipulation ein besseres Leben erhofften, jedoch ohne zu ahnen, dass dadurch aus Jimmy Schneemensch wird …

Schneemensch wirkt auf mich wie ein moderner Robinson Crusoe, auf sich allein gestellt, bewohnt er eine unwirtliche Welt, hat nur die Gesellschaft der Craker, auf die er gut und gern verzichten könnte und erinnert sich an die Zeit davor, als er noch Jimmy war.

Es ist der Beginn der MaddAddam-Trilogie aus der Feder von Margaret Atwood. Dabei schafft die große Erzählerin es auf’s Neue mich durch ihren fragmenthaften Schreibstil für sich einzunehmen. Denn es sind mehrere Geschichten, die uns die Autorin erzählt.

Einerseits behandelt sie die Lebensgeschichte von Jimmy, seine Kindheit und sein Leben in der von Naturkatastrophen bedrohten Welt, andrerseits berichtet sie von einer Gesellschaft, die der unsrigen gar nicht so fremd ist und webt viele aktuelle Themen, wie zB den Jugendwahn, Organspende und Genmanipulation, ein.

Dann erzählt sie von Schneemensch, der einst Jimmy war, wie er sich um die Craker kümmert, weil er ansonsten ganz alleine wäre, und wie er sich im Überleben versucht, denn er scheint der Letzte seiner Art zu sein. Und er erinnert sich, wie es dazu kam, dass aus Jimmy Schneemensch wurde.

Margaret Atwood spielt mit den verschiedenen Erzählsträngen, hält den Leser mit gerade so viel Informationen an der Stange, dass man nicht ganz orientierungslos davon treibt und vereint die Fragmente letztendlich leise zu einem ausgefallenen, doch bestürzenden, Trilogie-Auftakt, der einem sofort nach dem 2. Band greifen lässt.


Die MaddAddam-Trilogie:
Oryx und Crake
Das Jahr der Flut
Die Geschichte von Zeb

Kommentare:

  1. Oh oh oh, dieser Reihenauftakt ist er letzte Woche ziemlich weit nach oben auf meine WuLi gewandert. Weil es das Jahreshighlight einer Booktuberin war :)
    Deine Rezi macht den Platz auf der WuLi nicht besser und ich wollte doch erstmal nicht kaufen :D

    P.S. zu Weihnachten ist endlich "Der Übergang" und "Zwölf" bei mir eingezogen ;)
    Ach, wie ich mich auf Amy freue!!!

    Liebste Grüße

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    1. Hallo Andrea,

      es ist mal eine etwas andere Dystopie bzw. Endzeitroman,kann ich wirklich nur empfehlen.

      Du wirst Amy bald kennenlernen! :-D Ich bin ja gespannt, was du zur Passage-Trilogie sagen wirst!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Je mehr ich über dieses Buch höre, desto mehr will ich es lesen, dabei will ich doch dieses Jahr Reihen ABbauen! :-) Auch wieder eine sehr schöne Rezi.

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    1. Danke dir! Margaret Atwood schreibt ganz besondere Bücher, kann die Autorin nur empfehlen.

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