Freitag, 21. November 2014

Rezension: Der geheime Garten - Frances H. Burnett

© Anaconda Verlag
Meine Bewertung ★★

SHORT FACTS

Titel: Der geheime Garten
Autor: Frances H. Burnett
Verlag: Anaconda Verlag 2013
(Ersterscheinung 1911)
Seiten: 320
ISBN: 9783730600351

 


Blühender Kinderklassiker


Die kleine Mary lebt mit ihren gut betuchten Eltern ein luxuriöses Leben in Indien. Doch dann rafft die Cholera ihre Familie dahin und das Mädchen wird zu ihrem beängstigend seltsamen Onkel nach England geschickt.

Wie bereits in Indien, ist sie auch hier auf sich allein gestellt, findet sich in einem furchteinflößenden Schloss mit 100 unbenutzten Räumen wieder und beschließt, den Zugang zu einem geheimen Garten zu entdecken, wobei ihr ein Rotkehlchen zu Hilfe eilt.


Die Protagonistin Mary ist ein richtiger Trotzkopf oder umgangssprachlich ausgedrückt, würde ich sie als kleinen verwöhnten Fratz bezeichnen. Aber kein Wunder, denn diesem Kind wurde zwar kein materieller Wunsch verwehrt, aber sie wurde auch nicht gerade mit Zuneigung überhäuft.

"Ein ungeliebtes Kind gedeiht niemals gut." (S.174)


Nun ist sie im großen Schloss ihres Onkels angekommen, aber bis auf das Dienstmädchen Martha kümmert sich auch hier niemand um sie. Daraufhin beschließt Mary, das Geheimnis um den verschlossenen Garten für sich zu entdecken und schafft es dabei sogar Freundschaften zu schließen.


Die ersten Hälfte des Buches zeichnet sich durch gruslige Szenen aus, die mir am besten gefallen haben: Ein kleines Kind, das seine Eltern verliert, ein großes Schloss, indem die Räume leer stehen und schauriges Weinen, das nachts durch die Gänge hallt. 


Zudem gibt es wunderbare Naturbeschreibungen als Mary den Garten entdeckt und sich mit voller Hingabe um Blumen, Sträucher und Bäume zu kümmern beginnt. Diese Schilderungen sind derart umfassend dargestellt, dass man den Garten nicht nur vor Augen hat, sondern den Frühling und seine ersten Boten riechen und den Pflanzen beim Wachsen zuhören kann.


So entzückend diese Beschreibungen auch sind, so langweilig werden sie leider auch mit der Zeit, weil sie sich ständig wiederholen und dadurch die Geschichte etwas langatmig wird.


Trotzdem hat mir die Geschichte um die kleine verwöhnte Mary, die sich dank eines geheimen Gartens und neuer Freunde wie einem Rotkehlchen, von einem zickigen Trotzkopf zu einem liebenswerten Mädchen wandelt sehr gut gefallen. Und ich denke, dass es sich um einen Klassiker handelt, den man auch heute noch allein oder gemeinsam mit Kindern gut lesen und dabei den Frühling sogar im Winter genießen kann.



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