Dienstag, 7. Oktober 2014

Rezension: Er ist wieder da - Timur Vermes

© Bastei Lübbe
Meine Bewertung ★★

SHORT FACTS

Titel: Er ist wieder da
Autor: Timur Vermes
Verlag: Bastei Lübbe 2012
Seiten: 352
ISBN: 978340417181

 


Grenzwertiges Hitlertainment


Er ist wieder da. Adolf Hitler, Führer, Diktator, politisches Oberhaupt, der Massenmörder, erwacht auf einer harmlosen Wiese, ist total verwirrt und begreift schlussendlich in einem Kiosk das mittlerweile das Jahr 2011 geschrieben wird.



Eva ist weg, der Fettsack Göring ist unauffindbar und nicht einmal der ergebene Propaganda-Minister Goebbels ist vor Ort, von Himmler ganz zu schweigen.



Aber Hitler hat es schon einmal an die Spitze geschafft und auch im Jahr 2011 wird er sich nicht mit weniger begnügen.



Nachdem Hitler erwacht und einen vorübergehenden Unterschlupf findet, ist es seine Art und Weise, die ihn ins Fernsehen bringt, wo er rasch die Quoten in die Höhe treibt und sich insgeheim über den vermeintlichen Sieg die Hände reibt.

Bei diesem Buch fällt es mir schwer, eine Rezension zu schreiben, weil ich zugeben muss, ich habe stellenweise Tränen gelacht! Nein, ich habe nicht über Adolf Hitler gelacht, sondern mit ihm, und das ist meiner Ansicht nach schon sehr bedenklich.



Die Geschichte wird aus der Perspektive des Führers erzählt. Anhand seiner Gedanken, Reden und Gespräche erlebt der Leser seinen Aufstieg im Showbusiness und ich musste aufgrund seiner Schlagfertigkeit und sehr pragmatischen Denkweise häufig laut loslachen.



Hier muss man die ausgiebige Recherche des Autors loben, weil der Gesamteindruck des Charakters Adolf Hitler sehr authentisch wirkt und diversen Aufzeichnungen aus Büchern, Film und Fernsehen entspricht.

Während man oft von amüsanten Gedanken zu erheiternden Gesprächen springt, wird man dazwischen mit langatmigen Monologen konfrontiert, die bekanntlich ja der historischen Person entsprechen.



Allerdings ist es eben ein heikles Thema und ich bin mir nicht sicher, ob man es auf diese Weise behandeln soll. Zumindest betont Timur Vermes gleich an mehreren Stellen, dass die Judenfrage nicht witzig ist und trotzdem hat das Buch einen pietätlosen Beigeschmack für mich, den ich nicht so einfach runterspülen kann.



Ich denke, dieses Buch sollte tatsächlich von jedem gelesen werden, der sich dafür interessiert, schon allein, um zu einem eigenen Eindruck zu gelangen!



Und bei der Lektüre sollte man bitte immer daran denken, es geht um Adolf Hitler - Führer, Diktator, Massenmörder.


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Kommentare:

  1. Huhu,
    "Grenzwertiges Hitlertainment" beschreibt es meiner Meinung sehr gut. Ich fand, die Inhaltsangabe hat hier leider zu viel versprochen...
    lg Theresa

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    1. Hallo Theresa,

      meinst du wirklich? Die Inhaltsangabe ging aber nicht so weit am Inhalt vorbei, denke ich. Aber mir war das Thema einfach zu ernst für so eine flapsige Darstellung und dabei habe ich wirklich oft geschmunzelt. Trotzdem, es konnte mich einfach nicht überzeugen und ich hatte beim Lesen kein gutes Gefühl.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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