Mittwoch, 13. August 2014

Rezension: Hanas Koffer - Karen Levine

Bildquelle: pixabay.com

Meine Bewertung ★★


Short facts


Titel: Hanas Koffer
Autor: Karen Levine
Verlag: Ravensburger 2010
Seiten: 152
ISBN: 9783473523085




Ein Koffer aus Auschwitz


Obwohl Japan während des 2. Weltkriegs mit Nazideutschland verbündet war, hat man dort sehr spät mit der Aufarbeitung des Holocausts begonnen.
Erst in den 90er-Jahren wurde damit angefangen, die gemeinsame Geschichte mit dem Dritten Reich näher zu betrachten.

Ein kleines Museum in Tokio hat es sich zur Aufgabe gesetzt besonders Kindern an dieses Thema heranzuführen. Dank des außergewöhnlichen Einsatzes der Direktorin Fumiko Ishioka war hier ein simpler Koffer zu bestaunen: ein Koffer, der für viele japanische Kinder der Schlüssel für die Schrecken des Holocausts wurde.

Dieser Koffer gehörte Hana Brady, geb. am 16. Mai 1931, Waisenkind.

Wer war dieses Mädchen? Woher kam sie? Wie kam der Koffer nach Auschwitz? Wohin ging sie? Und was war in dem Koffer drin?

All diese Fragen und noch mehr wurden von den interessierten Kindern gestellt und Fumiko Ishioka hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Antworten darauf zu finden.

Daraus entstanden ist dieses Buch, das nicht nur das Schicksal von Hanas Koffer, sondern von einem jüdischen Mädchen, geb. am 16. Mai 1931 und gestorben als Vollwaise 1944 in Auschwitz erzählt.

Hanas Koffer ist meiner Ansicht nach ein sehr gutes Buch, um gerade Kindern die Ereignisse des Holocausts verständlicher zu machen. Am Beispiel von Hana Brady bekommt eines der größten Verbrechen der Menschheit ein Gesicht, einen Namen, Eltern, Freunde und einen Koffer, den man sich nicht nur vorstellen sondern im Gedanken gemeinsam mit Hana packen kann.

Neben dem einfachen Schreibstil, werden viele Begriffe - wie zum Beispiel der Holocaust selbst - kindgerecht erklärt und auch die Mühen und das Anliegen der Museumsdirektorin sowie die Mitarbeit und das Interesse der japanischen Kinder hervorgehoben.

Obwohl hier viele Zusammenhänge beleuchtet werden und viele Hintergrundinformationen gerecht aufbereitet wurden, hat mir zum Ende hin die Bedeutung der Gaskammer gefehlt. Vielleicht ist man mit 10 Jahren zu jung, um das ganze schreckliche Ausmaß dieses Begriffs erklärt zu bekommen, trotzdem sollte es meiner Meinung nach in einem Buch über den Holocaust nicht fehlen.

Das Buch selbst erzählt aber nicht nur die Geschichte des Koffers, des Museums und seiner Direktorin, sondern das Leben von Hana Brady, die als Gesicht für eine ganze Generation unschuldiger Kinder, mit dem „falschen“ Glauben, ihren Koffern und dem Weg in die Gaskammer dient.


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Kommentare:

  1. Hey =)

    Ach wie schön! Noch eine Österreichische Bloggerin!
    Ich finde deine vorgestellten Bücher sehr interessant! Es sind vor allem auch viele dabei die man jetzt nicht auf jedem Bücherblog findet - finde ich sehr super! Mach weiter so!

    LG
    Elisabeth
    http://elisabethgatterburg.blogspot.co.at

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    1. Danke für deinen Besuch, dann schaue ich gleich bei dir vorbei. :-)

      Lg, Nicole

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