Sonntag, 11. Mai 2014

Rezension: Das Labyrinth der Wörter - Marie-Sabine Roger

© Hoffmann & Campe

Meine Bewertung ★★★★★


Short facts


Titel: Das Labyrinth der Wörter

AutorIn: Marie-Sabine Roger
Verlag: Hoffmann und Campe 2010
Seiten: 205
ISBN: 9783455402544


Kleines Buch, großer Inhalt


Germain ist ein typischer „Beislgeher“. Mit Mitte 40 lebt er in einem Wohnwagen auf dem Grundstück seiner Mutter - vor der er sich fern hält - verdient den Lebensunterhalt mit diversen Nebenjobs und in seiner Freizeit versucht er krampfhaft mit einem wasserfesten Edding seinen Namen auf einer Gedenkstätte für gefallene Soldaten zu hinterlassen.


Eines Tages - Germain ist gerade im Park mit dem Zählen der Tauben beschäftigt - macht er Bekanntschaft mit der über 80jährigen Margeruitte, die er nicht nur kennen und lieben lernt, sondern die ihm die Welt der Wörter, Geschichten und Bücher eröffnet, die Germain zu ganz neuen Perspektiven auf sein Leben verhilft.

Margeruitte und Germain könnten unterschiedlicher nicht. Sie ist alt, klein und zart, er steht in der Blüte seines Lebens, ist groß und grob. Und trotzdem findet der Grobian Germain nicht nur die aufrichtige Liebe zu dieser alten Frau - die er als seine Oma adoptieren möchte - sondern entdeckt sich, durch ihre Liebe zur Literatur, selbst und als Leser lernt man, mit ihm das eigene Leben auf neue Weise zu betrachten:

„Zeit habe ich genug. Was würde ich gewinnen, wenn ich aufhören würde, welche zu verlieren?“ (S. 179)

Ein unscheinbares, stilles Büchlein, bis zum Bersten mit Lebensphilosophie und der Liebe zu Bildung und Literatur gefüllt! 



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