Sonntag, 18. Mai 2014

Rezension: Memento. Die Überlebenden - Julianna Baggott

© Luebbe

Meine Bewertung ★★


Short facts


Titel: Memento. Die Überlebenden
Autor: Julianna Baggott
Verlag: Baumhaus Verlag 2012
Seiten: 464
ISBN: 978-3-8339-0113-3



Grausiges Gruselkabinett


Eine weitere Dystopie, wie wir schon viele kennen: Die Welt wurde durch Bomben zerstört und die restlichen Menschen kämpfen in einer abscheulichen Welt um’s Überleben während elitäre Auserwählte ihre Zeit im sicheren Kapitol zubringen und ihnen eine verfälschte Version der Geschichte eingetrichtert wird.


Im Vordergrund stehen hier zwei gut ausgearbeitete Protagonisten, die dem Leser das Grauen offenbaren:

In der verseuchten Welt bekommen wir es mit der 16jährigen Pressia zutun, die auf der Flucht vor den Handlangern des Kapitols ist und sich mehr oder weniger einer Widerstandsbewegung anschließt.

Der männliche Gegenpart ist Patridge, der aus dem Kapitol flieht und, auf der Suche nach der Wahrheit, Pressia und ihre Welt kennenlernt.

Was diese Dystopie allerdings von anderen abzeichnet, ist Julianna Baggotts Entwurf einer abstoßenden Welt. Aufgrund nuklearer Bomben hat sich der Alltag in ein grausiges Gruselkabinett verwandelt, wo es dem Leser schon einmal den Magen umdreht.


Erbarmungslose Verstümmelungen und entsetzliche Verschmelzungen haben die Menschen in Wesen verwandelt, die man bisher nur aus Albträumen kennt und hier ist Pressias Verschmelzung mit einem Puppenkopf noch ein freundliches Beispiel.


Baggotts bildhafter Schreibstil hat mir Menschen vor Augen geführt, die durch einen Ventilator in ihrem Hals atmen, nur noch aus einem Rumpf bestehen, weil sie während des Bombenanschlags mit dem Boden verschmolzen sind und die Gliedmaßen amputiert werden mussten, die durch die Narben ihrer geschmolzenen Haut in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind oder ihre Kinder ein Leben lang mit sich tragen, weil sie ein Teil ihres Körpers geworden sind.


Baggott ist mit Memento eine abstoßende Dystopie gelungen, die zwar nicht aufgrund der Handlung von anderen hervorsticht, jedoch durch die äußerst drastische Beschreibung entsetzlicher Vorstellungen durch ein grausiges Gruselkabinett führt.


Ich wurde überzeugt und bleibe fassungslos zurück.



Die Memento-Trilogie:

Memento. Die Überlebenden
Memento. Die Feuerblume [Rezension lesen]
Memento. Der Neubeginn



Kommentare:

  1. Hallo NiWa,

    die Memento-Reihe hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten tatsächlich zu einer meiner Lieblingsreihen entwickelt. Wie du es beschreibst; die Welt sticht hier nicht durch besondere Handlungen etc. hervor. Nein, faszinierend wird das ganze letztendlich durch die abstoßenden Darstellungen der Weltenbewohner. Mit den Verschmelzungen hatte ich am Anfang zumindest zu kämpfen. Deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen!

    LG

    Kay

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kay,

      ich werde sie sowieso weiterlesen, bin sehr neugierig drauf, wie es weitergeht. Aber heftig und abstoßend sind die Beschreibungen schon.

      Lg, Nicole

      Löschen
  2. Hallo Nicole,

    eindeutig. Aber im zweiten Teil war ich das dann schon gewohnt. So konnte ich die Geschichte dann wirklich uneingeschränkt genießen :-) Viel Spaß dann mit der Fortsetzung, wenn es soweit ist!

    LG

    Kay

    AntwortenLöschen