Sonntag, 9. März 2014

Rezension: Das Jesus Video - Andreas Eschbach

© Lübbe

Meine Bewertung ★★


SHORT FACTS

Titel: Das Jesus-Video
Autor: Andreas Eschbach
Verlag: Bastei Lübbe 2014
Seiten: 703
ISBN: 9783404170357

  

Faszinierendes Thema billig erzählt


Der Amerikaner Stephen Foxx ist bei archäologischen Ausgrabungen in der Nähe von Jerusalem als Helfer tätig. Zuerst glaubt er an einen Scherz, als er in einem 2000 Jahre alten Grab die Bedienungsanleitung für eine Videokamera entdeckt. Tatsächlich ist das Papier 2000 Jahre alt und die Kamera noch längst nicht auf dem Markt.So unglaublich es scheint, Stephen hat wohl das Grab eines Zeitreisenden entdeckt und die Vermutung, dass es einen Film von Jesus Christus geben könnte, lässt ihm fortan keine ruhige Minute.Aber auch Leiter und Geldgeber der Ausgrabungen sind dem Geheimnis auf der Spur und freuen sich, den Vatikan unter Druck zu setzen.

Die Geschichte hat mich sofort fasziniert. Man stelle sich vor, es wäre ein Zeitreisender zum Beginn der Zeitrechnung gereist und hätte einen Film von Jesus gedreht. Was wäre darauf zu sehen? Unglaubliche Wunder, das letzte Abendmahl, die Kreuzigung oder ein einfacher Mann, der zufällig gut reden kann?

Diese Frage lässt auch dem Protagonisten Stephen keine Ruhe und er möchte auf eigene Faust die Wahrheit erfahren. Gemeinsam mit der schönen Israelin Judith und ihrem Bruder untersuchen sie weitere Fundstücke und arbeiten gegen die Ausgrabungsleiter. 

Bemerkenswert ist hier die genaue Recherche des Autors. Wissenschaftliche Theorien zum Thema Zeitreise finden genauso ihren Platz wie Beschreibungen vom Christentum, dem Vatikan und Judentum in Israel.

Störend fand ich die Vielzahl an Nebenpersonen. Denn neben dem Geschwisterpaar hat man es mit dem Ausgrabungsleiter, dem amerikanischen Geldgeber, Personen aus dem Vatikan, einem Science-Fiction-Autor und einem Pfarrer zutun, wobei viele davon nur einen kleinen Beitrag zur Geschichte leisten.

Zudem hat die präzise Beschreibung technischer Errungenschaften meinen Lesefluss sehr eingeschränkt. Erklärungen wie Internet, CDs und Laptops aussehen und funktionieren nehmen seitenweise Überhand, was auf die Erscheinungszeit des Thrillers - in den 90ern - zurückzuführen ist.

Die doch sehr platte Handlung hält nur durch kapitelweise Cliffhanger die Spannung aufrecht. Es kommt zu keinen überraschenden Wendungen und die weitere Entwicklung ist sehr vorhersehbar.

Nach wie vor finde ich die Grundthematik interessant und lesenswert. Leider hat sie durch den billigen Erzählstil einen Großteil an Spannung und Faszination eingebüßt.

Fortsetzung:
Der Jesus-Deal [Rezension lesen]

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