Mittwoch, 12. Juni 2013

Rezension: Die Entbehrlichen - Ninni Holmqvist


Quelle: pixabay.com

Meine Bewertung ★★


Short facts


Titel: Die Entbehrlichen
Autor: Ninni Holmqvist
Verlag: Fahrenheit Verlag 2008
Seiten: 269
ISBN: 978-3-940813-00-8



Entbehrlich?


Dorrit ist eine Entbehrliche.




Als entbehrlich gelten „gescheiterte“ Existenzen. Wer weder Kinder, einen Partner noch ein entsprechend hohes Einkommen aufweisen kann, wird von der Gesellschaft als entbehrlich eingestuft.

Denn in ihrer Entbehrlichkeit übernehmen sie zu guter Letzt eine wertvolle Funktion für die Gesellschaft:

Wer würde ansonsten an nervenschädigenden oder gesundheitsgefährdenden Experimenten teilnehmen?

Wer stünde sonst als Versuchsperson für neueste Medikamente zur Verfügung?

Wer sollte andernfalls dringendst benötigte Organe spenden?

Doch bevor die Entbehrlichen zur Endspende gerufen werden, erwartet sie ein relativ angenehmer Lebensabend in beschaulichem Luxus, den die Figur Dorrit dem Leser anhand ihrer Geschichte vor Augen führt.

Gesellschaftskritisch blickt der Leser in eine Welt, in der Leistung, Produktivität und Konsum die obersten Werte sind. Mit der Figur Dorrit erlebt er einen Lebensabend voll betäubender Annehmlichkeiten, überschattet von unangenehmen Begleiterscheinungen wie bizarren Experimenten oder sporadisch auftretenden Organspenden, bis die Endspende beschlossen ist.

Obwohl mich diese Erzählung sehr nachdenklich zurück gelassen hat, darf man sich keine mitreissende Dystopie erwarten, sondern es geht um die Gedanken und Erlebnisse einer sehr sympathischen Frau, die damit zurecht kommen muss, entbehrlich geworden zu sein.


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